Und es wir doch wärmer…

Es ist ein Witz. Werden doch meines Erachtens immer wieder die selben Behörden nach dem Sinn und Unsinn der innerstädtischen Baumaßnahmen befragt, so scheinen auch diese sich in Ihren Aussagen und Lenkungsmechanismen nicht ganz einig zu sein. Zwar gibt es ein klares JA zum Abholzen jeglichen Grünzeugs in unserer Stadt, aber auch ein klaren OHWEH es wird warm, wenn alles versiegelt und betoniert ist.

So stellt im nachfolgenden Artikel unsere Umweltbürgermeisterin Frau Eva Jähnigen fest, dass Dresden sicher immer weiter aufheizt und ein Grund dafür ist dass, „(…) in den vergangenen Jahren viel gebaut wurde, ohne auf das Klima zu achten.“ Aber, sie stellt auch klar: „Wir holen das jetzt nach.

Aus meiner Sicht ein Skandal der Sonderklasse. Jeder Grundschüler könnte den Zusammenhang zwischen Baumrodung heute und Stadterwärmung morgen herstellen. Warum müssen Behörden da JETZT etwas nachholen?

SZ-Artikel: Dresden wird immer wärmer vom 14.03.2018

Es fehlt wohl doch etwas Grün in der Stadt?

Im Artikel ist von einer „grünen Oase mit Baumreihen“ die Rede. Der gelehrte Stadtplaner will also nun doch etwas Grün in die bisher geschaffene Betonwüste bringen. Klar, war man doch die vergangene Zeit schwer damit beschäftigt alles Grün, ob Baum oder Wiese, unbedingt und gründlich zu beseitigen. Zuletzt am Postplatz. Und, man höre und staune, auch „… ein grüner Postplatz sei möglich.“

Ein Irrsinn alles.

Der Artikel vom 22.02.2017 auf SZ-Online: Wasser und viel Grün für die Innenstadt

am PC nett grün gemacht
grün gemalter Promenadenring

schönes Beton-Dresden!

Da fühlt sich der Mensch wohl, Beton so weit das Auge reicht. Klar, als organisches Wesen mag man es am liebsten steril und schön betoniert. Wem geht das nicht so? Vielleicht all Denen, die am Wochenende dringend den Weg in die Natur suchen? Für die Anderen gibt es die mit Liebe betonierten Stellen in unserer Stadt:

 

offener Brief zur angekündigten Kahlsanierung der Poststrasse

Sehr geehrter Herr Hilbert,
Sehr geehrter Stadtrat,

Ich möchte mit diesem offenen Brief auf die angekündigten Baumfällarbeiten auf der Poststrasse in Dresden-Löbtau Bezug nehmen.
Es ist mir ein Anliegen, Ihnen hiermit meinen ausdrücklichen Protest sowie mein absolutes Unverständnis zu diesem Vorhaben zum Ausdruck zu bringen! So kann ich weder die Notwendigkeit noch die Gedankenlosigkeit mit welcher eine solche Entscheidung getroffen wird nachvollziehen! Es sollen Jahrzehnte alte Bäume für einen angeblich notwendigen Ausbau der oben genannten Poststrasse gefällt werden. Mit welchem Recht wird eine derart weitreichende Entscheidung ohne eine Befragung der direkt betroffenen Anwohner getroffen? Mit welchem Recht entscheiden Menschen über die langfristige Gestaltung der Lebens- und Wohnqualität der Anwohner in diesem Stadtteil, welche selbst nicht direkt betroffen sind? Welches Stadtratsmitglied würde einem solch verheerenden Eingriff in die Wohnqualität des eigenen Stadtviertels zustimmen?
So werden als Argumente angeführt, dass die Poststrasse als Durchgangsstrasse ausgebaut werden muss und Parkbuchten geschaffen werden sollen, um das erhöhte Parkaufkommen abbilden zu können. Ich frage mich, auf welcher Erhebung eine solche Entscheidung beruht? Weder wird die Poststrasse aktiv als Durchgangsstrasse und damit als Alternative zur Reisewitzer Straße verwendet, noch ist hier ein erhöhter Bedarf an Parkplätzen absehbar. Es sind keine zusätzlichen Wohneinheiten in der unmittelbaren Umgebung geschaffen worden, welche einen entsprechenden Bedarf nahe legen würden. Vielmehr erscheint es mir, als ob vorhandene Gelder für den Ausbau dieser Straße abgerufen werden müssen. Grundsätzlich ist eine entsprechende Sanierung langfristig notwendig. Jedoch sollte es im 21. Jahrhundert möglich sein, eben diese ohne die völlig sinnlose Fällung aller dort stehenden Altbäume durchzuführen! Diese Bäume verwandeln die Straße zu einem lebenswerten und wunderschönen Teil unserer Stadt. Mit Sicherheit genießen die Anwohner im Sommer deren schattenspendende Blätter vor den Fenstern. Jeder Fußgänger atmet einmal tief durch, wenn er hier entlang geht und das Grün genießen kann. Gerade der diesjährige heiße und lange Sommer hat die Notwendigkeit dieser Bäume wieder eindrucksvoll bewiesen!
So ist diese angekündigt Baumfällung nur wieder ein Beispiel, wie rücksichtslos mit dem Altbaumbestand in unserer Stadt umgegangen wird! Zwar werden immer wieder neue Halme an den Stellen in den Boden gerammt, an welchen einst große Bäume standen, doch vermag keiner dieser Halme meiner oder den nachfolgenden Generationen je den Eindruck eines echten „BAUMES“ zu vermitteln. Im Gegenteil, ein Großteil dieser lieblos gesetzten Winzlinge geht direkt ein und wird nie eine stattliche Größe erreichen. Ich bitte Sie an dieser Stelle einmal mit wachsamen Augen durch unsere Stadt zu gehen. Es gibt zahlreiche Stellen an denen dies zu beobachten ist (Washingtonstraße, Grünstreifen Budapester Strasse, etc.) Es scheint, als ob Jeder, welcher in der Lage ist eine Motorsäge in den Händen zu halten, qualifiziert genug ist, an der Grünpflege unserer Stadt mitzuwirken.
Wie ansprechend und wohnlich Straßenzüge auf uns Menschen wirken, welche man sämtlichen Grüns beraubt hat, kann man am Beispiel der Kesselsdorfer Straße verfolgen. Kein Blatt, kein Baum hilft uns hier noch über die trostlose und verdreckte Betonwüste hinweg. Gleiches droht nun der heute noch so schönen Poststrasse, welche im übrigen bereits im oberen Verlauf vor längerer Zeit kahl geschlagen wurde. In immer heißer werdende Sommern können wir uns dann müde daran erinnern, welch kühlende Wirkung ein Altbaum in dieser aufgeheizten Häuserschlucht gehabt hätte.
Ich appelliere an Sie Altbäume als einen DER prägenden Faktoren für Wohn- und Lebensqualität in unseren Stadtteilen wahrzunehmen und deren Fällung zu verhindern wo immer dies vermeidbar ist! Städte wie Essen, welche uns als Industriestädte in Erinnerung sind, haben uns in puncto Altbaumbestand längst um Meilen überholt. Dort hat man erkannt, das deren Wert für die Bürger einer Stadt durch keinen noch so eilige gesetzten Jungbaum ausgeglichen werden kann. Unser einst so grünes Dresden verkommt mehr und mehr zur gesichtslosen Betonwüste!
Mit freundlichen Grüßen,
Anna Karras

Die nächste Kahlsanierung steht an – Poststrasse

Unfassbar, aber offensichtlich wahr: Die nächsten ca. 15 Altbäume stehen auf der „Sanierungsliste“ unseres Stadtrates. Dieser hat festgestellt, dass die Poststrasse im Stadtteil Löbtau einer Sanierung bedarf, bei der neue Parkbuchten geschaffen werden sollen, um dem vermeintlich erhöhten Bedarf hierfür gerecht zu werden. Darüber hinaus wird die Poststrasse als Durchgangstrasse betitelt, welche Sie, für die meisten Anwohner offenkundig, nicht ist.

Es ist eine schreiende Ungerechtigkeit, dass Menschen über die Gestaltung eines Stadtviertels entscheiden, welche selbst hier nicht wohnen und sich auch nicht bemüht fühlen, eben jene Anwohner in Ihre Entscheidungsfindung einzubeziehen! Welcher Stadtrat wird einer Baumfällung unmittelbar vor seiner Haustür zustimmen, wenn eben jener Baum maßgeblich zur Wohnqualität vor Ort beiträgt? Keiner!

Die fraglichen Bäume spenden gerade in diesen heißen Sommertagen wunderbaren Schatten und bilden mit Ihren Blätterdach eine herrliche Kulisse vor den Wohnhäusern. Die Wohnqualität an der Poststrasse wird hier maßgeblich von diesen Altbäumen geprägt. Nur einige Meter weiter Richtung Bonhöffer Platz kann man die Pracht eben jener Straße ohne Bäume bewundern.

Es macht mich wütend, dass die Anwohner hier der Willkür der entscheidungsgebenden Instanzen ausgesetzt sind! Nicht, dass die unmittelbar betroffenen Dresdner nur einmal nach ihrer Einschätzung oder gar Ihrem Bedarf für eine solche Sanierung befragt wurden. Dies zeigt wieder einmal, dass der Einschnitt für die Lebensqualität und das Erscheinungsbild eines Stadtviertels durch die Fällung von Altbäumen blind unterschätzt wird und Entscheidungen für bestehende und nachfolgende Anwohnergenerationen rücksichtslos getroffen werden.

Dazu auch lesenswert:

http://www.dresden-west.de

Frühjahrsputz

Wieder ein Beispiel „gut gemeinter“ Baumpflege?!

Ich frage mich immer wieder, nach welchen Kriterien Bäume und Sträucher „verschnitten“ oder eben gefällt werden. Fakt ist, dass auf diesem Grünstreifen in absehbarer Zeit kein Grün mehr ungeordnet und ungehalten vor sich hin wuchern wird.

Liegen gelassen

Nicht genug, dass Alles was einigermaßen nach Baum aussieht in unseren Breiten früher oder später der Kettensäge zum Opfer fällt. Nein, als kleines quasi „Denkmal“ wird immer öfter der bloße Baumstumpf stehen und die abgesägten Äste liegen gelassen. So türmen sich am Straßenrand manchmal meterhohe Berge an Gehölz.

Da viele „Baumpflegemaßnahmen“ unter dem Argument der Verkehrssicherung laufen, frage ich mich, in wie weit ein ca. 1m hohe Baumstumpf am Straßenrand zur Sicherung beitragen kann? So scheint mir die Höhe der zurück gelassenen Baumreste als durchaus geeignet einen von der Fahrbahn abgekommenen PKW-Fahrer auch noch in Mitleidenschaft zu ziehen. Also an dieser Stelle mein Appell: Wenn schon weg, dann bitte ganz weg!

Quelle: eigene Aufnahme
Baumstümpfe in Fahrerhöhe

 

Herbst wie Frühjahr das gleiche Treiben

Sicher ist es auch Ihnen schon einmal aufgefallen: Mit atemberaubender Regelmäßigkeit wird dem lieb gewordenen Gehölz jeden Herbst und in jedem Frühjahr mit der Kettensäge zu Leibe gerückt. Nun denke ich mir jeden Herbst, gut, jetzt haben Sie’s aber endgültig kurz gemacht, mehr geht nicht. Und doch findet der fleißige Arbeiter jedes Frühjahr noch ein Bäumchen am Straßen- und Wegesrand das er noch kurz schlagen kann. So sieht man auch in diesem Frühjahr wieder zahllose Baumstümpfe die einen kahl anstieren und das kleine Sägespänehäufchen neben Ihnen, lässt noch grob erahnen, dass aus dem Stumpf auch mal ein Ast mit Blatt wuchs.

Rodungswut in unserer Stadt

Es ist unfassbar wie in den vergangenen Jahren im Baumbestand unserer schönen Stadt gewildert wurde. Kaum, dass vorherige Bekanntmachungen die Bürger daraufhin weisen welche Grünflächen als nächstes gnadenlos gerodet werden. Oft ist es nur noch der nackte Baumstumpf, welcher wir ein Mahnmal uns am nächsten Tag anglotzt und daran erinnert, dass hier einst ein prächtiger Baum stand.

Gefühlt seit den letzten 5 bis 10 Jahren kennt die Rodungswut unserer Grünflächenämter und beauftragten Privatunternehmen in der ganzen Bundesrepublik keine Grenzen mehr. Nahezu jeder Autobahnabschnitt, welcher bisher durch Grünwerk an den Fahrbahnrändern die Autofahrt etwas versüßt hat, wurde bis auf den blanken Rasen kahl geschlagen. War der Sicherheitsabstand den das Grünwerk vom Fahrbahnrand haben musste bisher vielleicht auf 10m definiert, so scheint dieser jetzt auf beliebige 100m ins Land hinein zu wachsen.

Auf Nachfragen beim zuständigen Flächenamt erhält man immer die selbe langweilige Antwort: Es handelt sich um „verkehrssichernde Maßnahmen“. Natürlich. In der Tat bedrohte der 30m vom Fahrbahnrand wegstehende Baum, welcher dort bereits seit mehreren Jahrzehnten seinen Beitrag zur Gesundung unserer Luft leistet, akut die Gesundheit der Vorbeifahrenden. Wer hat sich nicht schon maßlos über diese, uns täglich anstierende Gefahr, geärgert?