Ein Nachruf für einen der letzten Großen

Es ist ziemliche genau ein Jahr her – am 15.02.2019 habe ich nachfolgendes Bild von der Fällung der riesigen Blutbuche (?) an der Ammonstrasse aufgenommen:

Fassungslos.
Quelle: eigene Aufnahme

Heute ist hier schon viel Beton zu sehen. Ich habe damals folgenden Text an stadtgruen-und-abfallwirtschaft@dresden.de geschrieben:

Ich bin entsetzt über die Baumfällungen an der Ammonstrasse! Das ist ein Verbrechen an der Stadt, seinen Einwohnern und der Natur. Wie konnten Sie, wie konnte die Stadt Dresden, so etwas nur genehmigen?

Die Letzten sind gefallen

Tapfer hatte sich das letzte Grün auf der unteren Kesselsdorfer noch bis ins letzte Jahr gehalten. Nun sind auch diese 3 Bäumchen der Großbaustelle gewichen. Egal wie viele „Ersatzpflanzungen“ man hier in den Boden rammt, es wird eine ewige Betonwüste bleiben!

Sonnige Zeiten am Spielplatz in Gohlis

Als ich dieses Elend gesehen habe, sind mir fast die Tränen gekommen! Dabei kann ich mich noch gut erinnern, wie ich letzten Sommer dankbar im Schatten dieses Baumes gesessen habe…

Quelle: eigene Aufnahme
Beim bloßen Anblick des Bildes könnte ich heulen.

Quelle: eigene Aufnahme
Die Bank hätten sie konsequenterweise auch wegnehmen müssen. Schatten gibt es hier jetzt nämlich keinen mehr.

Und hier die offizielle Erklärung des Gemeindeamtes Dresden-Cossebaude auf meine Nachfrage vom 20.02.2018:

„(…) nach Auskunft von den Mitarbeitern des Bauhofes erfolgte eine Begutachtung des Baumes durch das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft, Sachgebiet Straßenbäume. Im Ergebnis dessen wurde der Baum als krank eingestuft und gefällt.

Mit freundlichen Grüßen (…)“

Kurz, emotions- und gedankenlos. Danke.

Quelle: Google Maps
Leider keine besonders gute Aufnahme, aber es wird klar, dass dieser Baum maßgeblich war.

Fröhliches Roden auf der Bünaustrasse – die Erste

Kurz vor Beginn der Schonzeit für brutwillige Vögel wird noch einmal richtig gesäbelt! Dieses Mal trifft es vier große Altbäume auf dem Gelände der Kita auf der Bünaustrasse 30. In der SZ erfährt der interessierte Leser, dass diese Bäume morsch waren. Warum sie allerdings die letzten heftigen Stürme unversehrt überstanden haben, erfährt man dagegen nicht.

Ich wette jeden Penny, dass im kommenden Sommer Sonnenschutzsegel in der Kita aufgebaut werden, da die Kinder sich sonst einen gehörigen Sonnenbrand auf ihrem Spielplatz holen. Eine Idiotie!

Quelle: eigene Aufnahme
Da waren sie weg, vier Stück an der Zahl!

Und hier der Artikel dazu in der Sächsischen Zeitung vom 21.02.2018:

SZ_Bäume Bünaustrasse_21.02.2018

Ein Nachtrag vom 27.03.2018: Ich habe meine Meinung zu dieser Baumfällung auch an das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft gerichtet und habe, nach Weiterleitung an die entsprechende zuständige Stelle, folgende nette Antwort erhalten:

Konkret möchte das Schulverwaltungsamt Stellung zu den Baumfällungen auf der Bünaustraße nehmen. Es handelt sich hier um Fällungen im Zuge unseres laufenden Bauvorhabens Neubau Sporthalle und Sanierung der Sportfreianlagen. 
Die Bäume, welche entlang der Sportanlagen gestanden haben, haben massive Schäden an unserem Kunststoffoberbelag verursacht. Die Wurzeln unterwandern den Belag und haben diesen an mehreren Stellen aufgebrochen. Dadurch sind Unfallgefahren entstanden und Schulsport war nicht mehr gefahrenfrei möglich. 
Aus dem Grund haben wir uns dafür entschieden, die Sportfreianlagen umfassend mit zu sanieren. Dazu mussten die Bäume gefällt werden, da diese im Baufeld standen. 
Es ist uns bekannt, dass derartig drastische Eingriffe immer wieder Unmut bei Bürgerinnen und Bürgern hervorruft. Ein Erhalt der Bäume war hier allerdings, trotz umfangreicher Prüfung, leider nicht möglich.“ 

Auch wenn ich die Argumentation nach wie vor für nicht richtig halte, so danke ich doch für die Auskunft und Rückmeldung!