Das wird ein sonniger Spielplatz – Baluschekstrasse

Und wieder schlägt er zu, der grenzenlose Stumpfsinn und die Zerstörungswut in unserer Stadt: 7 große Altbäume habe ich gezählt, die am Spielplatz Baluschekstrasse gefällt wurden. Und ich dacht insbesondere im Sommer immer, wie gut es ist, dass es dieses schattige Fleckchen für die Kinder gibt. Da haben die Dresdner mal wieder die Rechnung ohne Ihr beflissentliches Grünamt gemacht! Bestimmt ging von den Bäumen Gefahr für Mensch und Leben aus …. ganz bestimmt.

Noch mehr Altbäume gegen noch mehr Halme

Die Meisten werden sagen: „Es ist ja nicht so schlimm, wenn Bäume gefällt werden, wenn stattdessen auch wieder neue gepflanzt werden.“ Aber ich warne an dieser Stelle ganz klar und deutlich: VERABSCHIEDET EUCH VON DEM GEDANKEN, DASS AUS DIESEN HALMEN JEMALS RICHTIGE BÄUME WERDEN!

Quelle: https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2016/01/pm_069.php

Bebauungsplan Nr. 54.2

Kaum bekannt, jedoch bereits beschlossene Sache: Der Postplatz wird weiter mit schöner Betonarchitektur „gestaltet“. Der interessierte Bürger kann hierzu den Bebauungsplan einsehen. Zwar steht im Bebauungsplan immer mal wieder etwas das nach Bürgerbeteiligung und öffentlicher Bekanntmachung klingt, jedoch habe ich selbst noch nichts Dergleichen gehört oder gesehen. Mich würde wirklich einmal interessieren, wo man an dieser Stelle derartige Pläne im VORFELD einsehen kann und eventuell sogar so etwas wie Mitsprache ausüben kann?

Um es gleich vorweg zusagen, es handelt sich um das aktuell noch einzige Stückchen Wiese, welches sich direkt gegenüber dem Eingang zur Altmarktgalerie am Postplatz befindet. Im Bebauungsplan wird festgestellt, dass dieses „Plangebiet“ (= Wiese MIT Bäumen) „… erhebliche städtebauliche bzw. gestalterische Defizite (aufweist).“ Weiter heißt es: „Nutzung und Gestaltung der Fläche sind der zentralen innerstädtischen Lage in keiner Weise angemessen, sondern vermitteln durch minderwertige Flächennutzung einen Eindruck der städtebaulichen Ödnis.“ (S. 5) Wer schreibt nur solch einen Blödsinn? Allerdings ist diese Begründung sinnbildlich für die aus meiner Sicht völlig fehlgeleitete Stadtentwicklung in den vergangenen Jahren. Kurz gefasst: Beton JA, Grün NEIN. Eine einfache Formel, die unsere einst so grüne Stadt in eine gesichtslose Betonwüste verwandelt. Neu errichtete Häuser in der Innenstadt sind so austauschbar, dass sie in jeder beliebigen Stadt stehen könnten. Und dafür werden die letzten kleinen Bastionen Grünzeug auch noch umgenietet und schön mit Beton versiegelt. Und dabei machen es die wirklich attraktiven Städte doch vor – Stadtgrün (bitte schön größer als 1,5m) sorgt erst für die richtige Lebensqualität in der sich der Mensch gern aufhält.

Zum Baumbestand heißt es auf Seite 14, dass die Fällung von 9 Bäumen erforderlich ist. „Dabei handelt es sich um eine in den 1980er Jahren gepflanzte Platanenreihe an der Wallstraße (4 Stück), 3 Platanen an der Ostseite (…) sowie um zwei Götterbäume.“ Interessant ist, dass der „(…) Gehölzbestand an der Wallstrasse nicht zur Erhaltung vorgesehen (ist), …“!(S. 14)

Orange markiert sind die Bäume, welche für den Bebauungsplan 54.2 gefällt werden.
Orange markiert sind die Bäume, welche für den Bebauungsplan 54.2 gefällt werden.

Sofern ich die Ausführungen des Bebauungsplans zum „grünordnerischen Konzept“ (5.1, S. 16) richtig verstehe, fällt selbst die ursprünglich geplante „Ausgleichsbepflanzung“ von immerhin 3 (!) Platanen der neuen Bebauung zum Opfer. Da tatsächlich aufgrund der fast komplett versiegelten Fläche auf dem Postplatz kein alternativer Platz für eine Baumpflanzung gefunden werden kann, umfasst „das grünordnerische Konzept für den Bebauungsplan 54.2 (…) im Wesentlichen die hochwertige Gestaltung und intensive Begrünung des Innenhofbereichs oberhalb des 3. OG.“ (S. 16) Unfassbar, aber wahr!

Ausschnitt des geplanten Gebäudes am Postplatz gemäß Bebauungsplan 54.2
Ausschnitt des geplanten Gebäudes am Postplatz gemäß Bebauungsplan 54.2

Zum Thema Ersatzpflanzung wird schließlich festgestellt, dass diese „voraussichtlich als finanzieller Ersatz“ (S. 16) erfolgt und noch geregelt werden muss… Gewöhnen wir uns also weiter an zugige und im Sommer überhitze Betonflächen in unserer Stadt.

Der vollständige Plan kann hier eingesehen werden: http://www.ratsinfo.dresden.de