Liegen gelassen

Nicht genug, dass Alles was einigermaßen nach Baum aussieht in unseren Breiten früher oder später der Kettensäge zum Opfer fällt. Nein, als kleines quasi „Denkmal“ wird immer öfter der bloße Baumstumpf stehen und die abgesägten Äste liegen gelassen. So türmen sich am Straßenrand manchmal meterhohe Berge an Gehölz.

Da viele „Baumpflegemaßnahmen“ unter dem Argument der Verkehrssicherung laufen, frage ich mich, in wie weit ein ca. 1m hohe Baumstumpf am Straßenrand zur Sicherung beitragen kann? So scheint mir die Höhe der zurück gelassenen Baumreste als durchaus geeignet einen von der Fahrbahn abgekommenen PKW-Fahrer auch noch in Mitleidenschaft zu ziehen. Also an dieser Stelle mein Appell: Wenn schon weg, dann bitte ganz weg!

Quelle: eigene Aufnahme
Baumstümpfe in Fahrerhöhe

 

Herbst wie Frühjahr das gleiche Treiben

Sicher ist es auch Ihnen schon einmal aufgefallen: Mit atemberaubender Regelmäßigkeit wird dem lieb gewordenen Gehölz jeden Herbst und in jedem Frühjahr mit der Kettensäge zu Leibe gerückt. Nun denke ich mir jeden Herbst, gut, jetzt haben Sie’s aber endgültig kurz gemacht, mehr geht nicht. Und doch findet der fleißige Arbeiter jedes Frühjahr noch ein Bäumchen am Straßen- und Wegesrand das er noch kurz schlagen kann. So sieht man auch in diesem Frühjahr wieder zahllose Baumstümpfe die einen kahl anstieren und das kleine Sägespänehäufchen neben Ihnen, lässt noch grob erahnen, dass aus dem Stumpf auch mal ein Ast mit Blatt wuchs.

Baum des Tages – nun doch …

Lange habe ich beobachtet, wie die Bauarbeiten in Höhe der Albertbrücke voran gegangen sind und man dabei doch tatsächlich scheinbar Anstrengungen unternommen hat, den Baumbestand zu schützen. Mit Holzverblendungen wurden die Stämme der Altbäume direkt zur Baustelle geschützt. „Geht doch“ war mein Gedanke und die Hoffnung wuchs in mir, dass unsere Stadtväter doch etwas Umsicht walten lassen würden.

Heute klotzen mich dann plötzlich unzählig neue weiße Hälmchen an, die man unlängst an der Stelle, wo bis vor Kurzem noch Bäume mit einem Stammdurchmesser von vielleicht 80-100cm das Straßenbild prägten, in den Boden rammte. Schöne neue Welt – alles perfekt, selbst der Baum ist angemalt. Herzlichen Dank auch.

Weiß bemalt

Bisher bin ich fest davon ausgegangen, dass die Stämme neu gepflanzter Bäume deswegen weiß angemalt werden, um Sie vor Schädlingsbefall zu schützen. Immerhin sieht es doch sehr merkwürdig aus, wie immer mehr weiße Halme an den Stellen unsere Stadt verzieren, an denen früher groß gewachsene Altbäume uns Schatten spendeten.

Erstaunlich ist nun also, dass diese weiße Bemalung ganz offenbar einem anderen Zweck dient. So verhindert die weiße Farbe, dass die Sonnenstrahlen den Stamm im Frühjahr zu schnell wärmen und damit ein frühes austreiben des Baumes verursachen. Da in unseren Breiten nach den ersten Frühlingstagen oftmals noch einmal (Nacht)frost kommt, würde dies den Bäumen schaden und die bereits aufgestiegenen Säfte würden den Stamm platzen lassen.